Hobby Astronomie: Ein lichtstarkes Dobson-Spiegelteleskop für Einsteiger und Fortgeschrittene

Dobson Spiegelteleskop der Marke Sky-Watcher, (c) C. Preuß

Ein Newton-Spiegelteleskop in Dobson-Bauweise ist das ideale Instrument zum Einstig in die beobachtende Hobbyastronomie. Es ist leicht handhabbar, lichtstark und besitzt ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Mit einem solchen Telekop beobachten Sie die Krater auf dem  Mond, die Planeten, Kometen, Sternhaufen, Gasnebel und Galaxien.

Foto oben: Dieses leistungsstarke Dobson Spiegelteleskop von Sky-Watcher ist  für Anfänger wie Fortgeschrittene sehr gut geeignet, (c) Christian Preuß

Helle Kometen lassen sich schon sehr gut mit einem großen Fernglas beobachten. Möchte man aber mehr Details erkennen, und sind die Kometen oder andere Gasnebel und Galaxien lichtschwächer, benötigt man ein astronomisches Teleskop. Ein solches Teleskop sammelt durch seine größere Objektiv-Öffnung mehr Licht. Es kann das Bild des Kometen, im Auge des Betrachters, bei höherer Vergrößerung, abbilden.

Dobson Teleskop der Marke Sky-Watcher, (c) Christian PreußIm Jahr 2013, anlässlich der Erscheinung der Kometen PANSTARRS und ISON, entschloss ich mich zum Kauf eines “Skywatcher Dobson Teleskop N 200/1200 Skyliner Classic DOB“. Dabei handelt es sich um ein lichtstarkes Spiegelteleskop mit einer Öffnung (Objektiv-Durchmesser) von 20 Zentimetern und einer Brennweite von 1,2 Metern. Durch das Öffnungsverhältnis von f/6 ist das Gerät sehr lichtstark und bietet beim Einsatz eines guten Weitwinkel-Okulars ein großes Gesichtsfeld.

Foto rechts: Das Dobson Teleskop besteht aus zwei Teilen zu je 12-15kg, die man schnell zusammen- und auseinanderbauen kann: Der Metalltubus mit der Spiegel-Optik, dem Okularstutzen mit Fokussierer sowie einem kleinen 9×50 Sucherfernrohr (rechts) und die drehbare ‘Rockerbox’ Montierung (links) aus Holz.

Bei Lieferung sind dem Teleskop bereits zwei Okulare (25 und 10mm) beigelegt. Je geringer die Brennweite des eingesetzten Okulars, desto höher die erzielte Vergrößerung (V). Ich empfehle die zusätzliche Anschaffung von mindestens zwei zusätzlichen Okularen von 5mm (für hoch auflösende Planetenbeobachtungen) und 15-18mm Brennweite (für mittlere Vergrößerungen).

Kontrastfilter gegen die Lichtverschmutzung

Ein zusätzlicher UHC-(Ultra High Contrast) oder ein spezieller Kometenfilter helfen, den Kontrast zwischen dem Himmelshintergrund und den Gasnebeln oder Kometen zu verstärken. Auf diese Weise blockt man das künstliche Licht der Städte ab und der Nebel od. Komet wird besser erkennbar. Einen solchen Filter schraubt man einfach in das passende Innengewinde der jeweiligen Okularsteckhülse hinein. Ich erziele damit hervorragende Ergebnisse. Beim abendlichen Blick aus unserem Naturpark Siebengebirge nach Nordwesten entdeckt man leider nicht nur den Sternenhimmel, sondern auch die Lichtglocke über der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn. Mit einem UHC-Filter dämpfe ich das künstliche Licht in der Erdatmosphäre soweit ab, dass die lichtschwachen Gasnebel, Kometen und Galaxien wieder deutlicher sichtbar werden. Der Anblick des Kometen PANSTARRS, über den weiter weg gelegenen Baumwipfeln eines vorgelagerten Hügels, war einfach wundervoll und ihn werde ich nie mehr vergessen.

Dobson Spiegelteleskop, (c) Christian Preuß

Foto oben: Blick auf den Okularstutzen, der hier ein 25mm Okular enthält. Mit Hilfe der drehbaren und seitlich angebrachten Räder stellt man das Bild im Okular mit der Hand scharf. (c) Christian Preuß

Mit diesem Dobson-Teleskop erschließen sich uns viele verschiedene Himmelsobjekte. Der Mond zeigt uns seine unzähligen Krater, Bergketten und Täler (siehe Foto unten). Die Planeten Jupiter mit seinen Monden, Saturn mit seinem Ring und Mars zeigen bei hohen Vergrößerungen bereits eine Fülle von Details. Dabei ist die Schärfeleistung meines eingesetzten Teleskops äußerst gut, wie ich schon bei meiner ersten Beobachtung des Jupiter herausfinden konnte. Viele Bänder und Details in der Jupiter-Atmosphäre sind bei ruhiger Luft und guter Sicht erkennbar. Die nächtlichen Positionswechsel der vier hellen Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto sind ebenso zu sehen wie ihre Schattenwürfe auf den riesigen Gasplaneten.

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Schaubild zum Dobson Teleskop, (c) Christian Preuß

Foto oben: Ein Blick von Vorne auf das Dobson Teleskop mit einer Beschriftung der wichtigsten Teile, (c) Christian Preuß

Die Sterne werden ebenfalls gestochen scharf abgebildet. Dabei können Sie auch die vielen unterschiedlichen Farben der Sterne beobachten. Zahlreiche Sternhaufen, Gasnebel und Galaxien liegen ebenfalls in Reichweite. Der berühmte Orionnebel  passt er gerade noch ins Gesichtsfeld eines Weitwinkelokulars und bei Einsatz des UHC-Filters (s.o.) ist die Fülle an Nebeldetails auf einen Blick gar nicht mehr fassbar! Meine früheren Erlebnisse, während der Beobachtung des Orionnebels, finden Sie hier.

Ein gutes Teleskop für Hobbyastronomen

Junger Sternfreund am Dobson Teleskop, (c) Christian PreußEin eigenes Teleskop ist eine sehr sinnvolle Ergänzung zu einem Fernglas. Alle Beobachtungsobjekte erscheinen dadurch in ganz neuer Qualität. Viele Objekte werden überhaupt erst durch ein Teleskop sichtbar. Mein “Skywatcher Dobson Teleskop N 200/1200 Skyliner Classic DOB” ist dabei noch gut transportabel und passt, zerlegt in zwei Teile, auch noch in einen Kleinwagen. Ich nehme den Dobson gerne mit zu dunklen Beobachtungsplätzen.

Die optische Leistungsfähigkeit ist sehr gut, das Gerät ist schnell auf- und wieder abgebaut und der Preis eines Dobson-Teleskops dieser Größe ist einfach unschlagbar. Dabei ist so ein Teleskop auch für den Einsteiger in das Hobby Astronomie eine ideale Wahl. Das Dobson-Teleskop empfiehlt sich auch schon für Jugendliche ab einem Alter von 10-12 Jahren.

Mein eigener Sohn (10) beobachtet bereits sehr erfolgreich mit diesem Gerät. Dabei ist der Dobson nicht etwa ein “Kinderfernrohr”, sondern auch für Erwachsene und fortgeschrittenere Hobbyastronomen sehr gut geeignet. Mit Hilfe des aufmontierten kleinen Sucherfernrohrs findet man z.B. den Jupiter problemlos und bequem. Auf diese Weise stellen sich Erfolgserlebnisse für Anfänger schneller ein, der Spaß an der Beobachtung bleibt erhalten und die Begeisterung für die Kometen, Sterne und Weltraum kennt keine Grenzen mehr.

Und wer später auch einmal Astrofotografie mit längeren Belichtungszeiten betreiben möchte, der sattelt den optischen Tubus des Dobsons einfach mittels passender Rohrschellen (gibts im Fachhandel) auf eine parallaktische Montierung auf und profitiert so von der guten optischen Qualität der Optik weiter. CP

Linktipp: Das Handbuch Astronomie – Grundlagen und Praxis für Hobbyastronomen

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